Archivführer der Zürcher Gemeinden und
Kirchgemeinden sowie der städtischen Vororte vor 1798

bearbeitet von Dr. Otto Sigg

Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Benken (Bezirk Andelfingen)

II A Akten

darunter:
Kirchenstuhlordnung 1723; Quittung über 501 Gulden von Moritz Füssli zu Zürich 1686 betr. Lieferung einer neuen Glocke von etwas mehr als 9 Zentnern; Gedicht und Memorial 1704 zur Einweihung des neuen Kirchturms; obrigkeitliche Festlegung 1686 der Auskaufssumme der Pfarrei Feuerthalen aus dem Verband der Gemeinde Benken; Kopie eines Erblehenbriefes 1596 um den der Kirche Benken grundzinspflichtigen Hof zu Gailingen und weitere Akten zu diesen Zinseinkünften bis 18. Jh.; umfangreiche Sammlung obrigkeitlicher gedruckter Mandate zu allen Verwaltungs- und Lebensbereichen 1717–1798.

III A Jahresrechnungen

Mehrjahresrechnungen 1667–1705 (wenige Lücken): Beträchtliche Einnahmen an Zehntenwein in natura und entsprechende Gemeindeökonomie. Ein 112 Seiten umfassender Rodel mit Bauabrechnung des Neubaus des Pfarrhauses zu Benken 1668/71 (sehr detailliert, wirtschafts- und kulturgeschichtlich interessant).

IV A Bände

1
Stillstandsprotokolle, angelegt 1733 durch Pfarrer Hans Heinrich Wunderlich (nachgetragen bis 1802/06, eindrückliche Passagen betr. Adaption der Revolution, u. a. die Bemerkung vom 10. März 1798: «Ist dieses Revolution-Werk aus den Menschen, so wird es zerstört werden, ist es aber aus Gott, so möget ihr es nicht zerstören»).

2
Verzeichnis des frühen 19. Jh. mit den Schuldguthaben und Obligationen der Kirchgemeinde Benken, Zeitraum 1714– 1860.

3
Kontrolle über die Schuldguthaben der Kirchgemeinde und die eingehenden Zinsen 1780–19. Jh.

4
Urbar 1678 über die Zehnten zu Benken, die der Kirche Benken zustehen (auch in Abgrenzung von Zehnten des Klosters Rheinau zu Benken).

Aus Pfarrarchiv

Sammlung von Erlassen der Landvogtei Kyburg 1754–1787, dem Pfarrer zugesandt zur Verlesung von der Kanzel (allgemeine Verwaltungserlasse zu Strassenunterhalt, Münzwesen, Brandsteuern, Huldigung vor dem Landvogt, Abernten von Wachholderbeeren, Viehhandel, Viehseuchen, Landbau, Dörren von Hanf bei Feuer; Brauch des Herumtragens von Semmeln, Eierringen und Helsweggen zu Weihnachten und Neujahr; Bettelwesen, Zehntenwesen, Veterinärwesen, Hebammen usw.; weniges nur spezifisch Benken betreffend wie Verteilung von Brandsteuern für Geschädigte zu Benken und Dachsen 1792; Urteil betr. persönliche Umstände von Bürgern (wie ein Scheidungsurteil 1779, Versorgung im städtischen Spital); Austeilung von Almosen und Unterstützung 1787, 1795/96.

Kirchenlade Benken

Kirchenlade 1887.

 

Politische Gemeinde Benken

I A Urkunden auf Pergament

22 Urkunden 1474–1734; darunter:
Undatierte Offnung 15. Jh. vor allem mit Beschreibung der flurrechtlichen Grenzen, der Wirtschaftswege und der Wegrechte, der Holznutzung, der mit Benken Weidgenössigen; Spruchbriefe 1474/1476–1478 betr. Ausmarchung der Weiderechte zwischen Uhwiesen und Dachsen einerseits und denen von Benken und ihren Weidgenossen anderseits (darunter quellenmässig bemerkenswerte originäre Abschriften auf rodelartiges Pergament); Spruchbrief des Rheinauer Kellergerichts 1513 betr. gemeinsame Weide zwischen Benken und Marthalen im Ried bei Benken (gewisse Ausscheidung der bisherigen «Gemeinmark»); Urteil 1515 zwischen der Gemeinde Benken und einem Privaten wegen Rechtscharakter seines «Einfangs» bei der Löwentrotte; Einzugsbriefe 1596, 1681; «Vertrag» in je verschiedener Ausfertigung 1604 zwischen der Bauernsame bzw. den (dem Kloster Rheinau grundzinspflichtigen) Meiern zu Benken einerseits und den Taglöhnern daselbst anderseits betr. Gemeindeorganisation und Nutzung von Bau- und Brauchholz und Einschlagungen in der Flur (interessanter Fall, in der die Taglöhner-Mehrheit in der Gemeindeversammlung zuviel Holznutzen für sich beansprucht und Landlose über Flurnutzung mitbestimmen wollen); «Vertragsbrief» 1606 zwischen den Gemeinden Benken und Wildensbuch einerseits und dem Kloster Rheinau als Grundzinsherrin im äusseren Amt der Landvogtei Kyburg anderseits betr. Neuaufnahme eines Zinsurbares und Pflichten und Rechten der Bauern gegenüber dem Kloster; Spruch 1619 zwischen der Minderheit der Bauern und den 50 Taglöhnern zu Benken betr. Aufteilung der Allmend (gewisse Aufteilungen zu Gunsten der Taglöhner werden toleriert, weitere Teilungen untersagt); obrigkeitliche Beschlüsse 1650 und 1659 zur ausführlichen Regelung von grundzinsund zehntenrechtlichen Belangen der Pflichtigen zu Benken und Marthalen gegenüber dem Kloster Rheinau; flurrechtliche Regelungen 1665 zwischen der Gemeinde Benken und dem Rittmeister Wieser zu Benken; Kaufbrief 1704 betr. Erwerb der beiden Mühlen zu Benken um 3200 Gulden durch die Gemeinde von Müller Wieser; Spruchbrief 1722 mit Ausmarchung des bis anhin im Ried gemeinsamen Weiderechts zwischen Dachsen und Benken; Weidebrief 1736 mit Bestimmung, wie viel Vieh jeder Berechtigte auf die gemeine Weide nach Massgabe des Landbesitzes treiben kann; Abschiedsbrief 1734 für Christian Strasser von Benken aus dem niederländischen Regiment Hirzel.

I B Verträge auf Papier

4 Verträge: Abschrift des Weidrechtbriefes 1555 der miteinander weidgenössigen Gemeinden Rheinau, Marthalen, Wildensbuch, Oerlingen, Kleinandelfingen und Ellikon; Urteil 1643 zur Haltung des Wucherstiers durch Vogt Bernhard Wieser; Bewilligung 1658 zur Errichtung einer zweiten Mühle zu Benken (trotz Einspruchs des Müllers zu Dachsen); Vergleich 1792 zwischen Benken und Dachsen betr. gemeinsamen Weidgang im Hemmenried.

II A Akten

darunter:
Zugbrief 1698 aus Konkurs betr. die Mühle zu Benken; Verkaufsprotokoll 1708 betr. die beiden Mühlen zu Benken (Verkauf durch die Gemeinde an Private).

III A Jahresrechnungen

Rechnungen über das Gemeindegut 1790–1797.

IV A Bände

1
«Schuldbuch der Gemeinde Benken 1641» (Einbanddeckel überzogen mit mittelalterlichem Missalfragment): Abrechnungen der Gemeinde mit ihren Schuldnern 1640–1664.

2
Beschreibung, Urbar 1750 der dem Kloster Rheinau und der Kirche Benken zustehenden Zehnten ab den Reben zu Benken; im Einbanddeckel: Grossformatiger gefalteter Plan zu den zehntenpflichtigen Reben mit Unterscheidung zwischen den Zehnten des Klosters und der Kirche Benken.

3
Zinsurbar 1606: Beschreibung der Grund- und Lehenzinsen mit Angabe der zinspflichtigen Güter des Klosters Rheinau zu Benken, Wildensbuch und Dachsen; eindrückliches Verwaltungsbuch des Klosters Rheinau, Grossformat, Einband mit von geprägtem Schweinleder überzogenen Holzdeckeln, Buchschliessen. Im Band: Tintenfrassschäden (restauriert 1980er-Jahre); Beglaubigung des Urbares mittels Beeidigung der betroffenen Gemeinden und Pflichtigen sowie öffentlicher Verlesung und Kollationierung 1614.

Archivschränke Benken Zehntenplan Benken, 1750

IV A 2: Zehntenurbar 1750 mit im Deckel eingebundenem gefaltetem Zehntenplan und: Die massiv in die Wände des 1867/68 erbauten Gemeindehauses eingelassenen Archivschränke.

 

Nachtrag

Staatsarchiv Zürich; Pfrundurkunde C IV 5. 2.1:

1 Pfrundurkunde 1555: Durch die Gemeinde Benken ausgestellte Urkunde 1555 betr. Errichtung und Finanzierung einer Helferei in Benken.

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