Archivführer der Zürcher Gemeinden und
Kirchgemeinden sowie der städtischen Vororte vor 1798

bearbeitet von Dr. Otto Sigg

Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Dällikon (Bezirk Dielsdorf)

II A Akten

darunter:
Bericht 1736 von Pfarrer Oeri betr. Schwierigkeiten mit den Besitzern desjenigen Hauses zu Dänikon, in welchem seit angeblich 60 Jahren Gottesdienste abgehalten werden; pfarramtliche Korrespondenz und div. Akten 18. Jh. zum Schulwesen und zum Schulmeister zu Dällikon und Dänikon; Verzeichnis 1738 der dem Kirchengut zustehenden Kernengülten; Verzeichnis 1768 der dem Kirchengut zustehenden Schuldkapitalien.

III A Jahresrechnungen

Zweijahresrechnungen des Kirchengutes 1736–1793(–1800).

IV A Bände

1
«Zinsrodel über das Kirchengut zu Dällikon, erneuert … 1794» (inkl. Kontrolle der eingehenden Zinsen bis 1800 und Zuteilungen zum separaten Armengut 1798).

Politische Gemeinde Dällikon

I A Urkunden auf Pergament

21 Urkunden 1440-1744; darunter:
Stark beschädigter Urteilsspruch des Gerichtes zu Regensdorf 1440 im Streit der drei Dörfer Buchs, Dällikon und Dänikon, gelegen in den Gerichten der Herren von Landenberg zu Greifensee, um die Nutzung der zwischen diesen Dörfern gelegenen Allmend (gleichberechtigte gemeinsame Nutzung der Allmend; besondere Bestimmungen zur Nutzung des in dieser Allmend gelegenen sog. Erlenholzes: mittels des hier gewonnenen Holzes sind vorerst Brücken, Steg und Weg der Allmend zu unterhalten, bevor weitere Nutzung und Holzverkauf zulässig sind); Urteilsspruch 1479 betr. Ansprüche der Gemeinde Dänikon auf Weidgenössigkeit mit Dällikon (Bekräftigung von Zelgengrenzen im Allmendbereich zugunsten von Dällikon); obrigkeitliche Bestätigung 1493 des Spruchs von 1479; Lehenbriefe 1504, 1550, 1566 u. a. um den Widumhof und das Kirchengütli zu Dällikon; Urteilsspruch 1545 von Bürgermeister und Rat der Stadt Zürich im Streit zwischen den Gemeinden Weiningen und Dällikon um den Weidgang in den «beiden Bergen» (Schutz des Anspruchs von Dällikon auf getrennten Weidgang und entsprechender Grenzzaun); Schuldverschreibungen 1555, 1602 der Kirchgemeinde Dällikon; «Holzbrief» 1567 für die Gemeinde Dällikon (obrigkeitlicher Erlass zum Schutz der stark übernutzten Gemeindewälder und zum Erreichen von Nachhaltigkeit unter Beibehaltung des gleichen Nutzens sowohl für Taglöhner wie Bauern); «Urteilbrief» 1592 (bis zur Unleserlichkeit beschädigt) im Streit zwischen den Gemeinden Dällikon und Buchs einerseits und Dänikon anderseits betr. Nutzung des in der den drei Gemeinden gemeinen Allmend liegenden Erlenholzes (s. oben, Jahr 1440); Urteilsspruch 1596 im Streit zwischen den Gemeinden Buchs, Dällikon und Dänikon einerseits und Otelfingen anderseits betr. die diesen Gemeinden gemeinsame Allmend und den gemeinsamen Weidgang (Bestätigung des gemeinen Rechtscharakters gegenüber Sondernutzungsansprüchen von Otelfingen mittels eines Grabens, hingegen gewisse Sondernutzung von Gras durch die «armen Taglöhner» von Dällikon, Hinweise auf vorgenommene Urbarisierungen); «Vertrag zwischen den vier Gemeinden Otelfingen, Dänikon an einem, sodann Buchs und Dällikon am andern Teil antreffend ihren Weidgang» 1657; Einzugsbrief 1709 für die Gemeinde Dällikon; Appellationsurteil 1715 von Bürgermeister und Rat der Stadt Zürich mit Bestätigung der Urteile der Herrschaften Regensberg und Regensdorf im Streit zwischen der Stadt Baden und den Gemeinden im Furt- und im Wehntal betr. Abgabe der Bruggengarbe (Zollabgabe) an die Stadt Baden; «Vergleich-Brief zwischen den …Gemeinden Dällikon und Buchs an einem, dann Otelfingen und Dänikon am andern Teil wegen etlichen Ab-, Aus- und Einlauf- Gräben auf dem Ried ihres Weidgangs … 1744».

"Holzbrief" Dällikon, 1567

I A 9: Ausschnitt aus «Holzbrief» 1567 für die Gemeinde Dällikon. Wegen heilloser Übernutzung der Gemeindewaldes (es ist «schier kein gross erwachsen Holz» mehr vorhanden) erlässt die Obrigkeit eine Holzordnung. Unter verschiedenen forstpolizeilichen und -technischen Vorschriften, um zur Nachhaltigkeit zu gelangen (unter Wahrung grundsätzlich der gleichberechtigten Nutzung von Taglöhnern und Bauern), erscheint auch die Vorschrift, dass das Hauen von Weidenruten zum Binden der Korngarben vor Beginn der Ernte durch die Gemeinde zu organisieren sei: Ein sicherlich interessanter Hinweis auf Arbeitsmethode und Materialien für die Getreideernte

 

I B Verträge auf Papier

darunter:
Kopie 1768 der damals im Original «in der Gemeindlad» liegenden «Dälliker-Offnung» von 1532; «Urteilbrief» 1613 im Streit zwischen den Gemeinden Dänikon und Dällikon einerseits und Buchs anderseits mit Bestätigung des Spruchbriefs von 1440 bezüglich Nutzung des in der gemeinsamen Allmend liegenden Erlenholzes (s. unter I A); «Urteilbrief» 1680 im Streit zwischen den Gemeinden Regensdorf und Dällikon betr. Zäunung im Grenzgebiet (Regensdorf hat das Zaunholz zu stellen, Dällikon muss jedoch innerhalb von sechs Jahren einen Grünhag errichten); Gerichtsurteile 1801 betr. «Bannstreitigkeit» zwischen Dällikon und Weiningen mit Kopien einschlägiger Dokumente ab 1545.

II A Akten

darunter:
Urbar 1607 der gegenüber dem Einsiedlerhof in Zürich schuldigen Erb- und Lehenzinsen; Rodel 1757 mit den dem Amt Oetenbach schuldigen Grundzinsen; «Trager-Rodel» 1797 betr. den Grundzins des Meierhofes zu Dällikon; Kopien 1714 und 1715 der um den Bruggenzoll zu Baden ergangenen Urteile (Zollpflicht für die Gemeinden im Furtund Wehntal); allgemeine Akten zur Viehseuche 1732, inkl. Statistik über die in der Gemeinde Dällikon befindlichen Pferde, Ochsen, Kühe, Kälber und Ziegen; Ratsbeschluss 1736 betr. Entschädigung für die Besitzerin desjenigen Hauses zu Dänikon, in dem seit 70 Jahren jeweils samstägliche Morgenpredigten abgehalten werden; «Zinsrodel über das Gemeindegut zu Dällikon … 1794».

IV A Bände

1
«Auszug der Rechtsamenen und Freyheiten einer ehrsamen Gemeind Dälliken, revidiert A° 1739» (Regesten der in der Archivlade befindlichen Dokumente).

2
Tragerrodel 1765 betr. Grundzinse des Brämenhofes zu Dällikon.

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