Archivführer der Zürcher Gemeinden und
Kirchgemeinden sowie der städtischen Vororte vor 1798

bearbeitet von Dr. Otto Sigg

Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Gossau (Bezirk Hinwil)

I B/II A Verträge auf Papier/Akten

Verträge, Vertragskopien, Akten 17./18. Jh. betr. Kirchen- und Pfrundgut Gossau (darunter ein 1668 durch Pfarrer Ryff angelegtes Verzeichnis der Schuldtitel ab 16. Jh., welche dem Kirchgemeindegut zustehen).

III A Jahresrechnungen

Kirchengutsrechnungen 1643–1798 (wenige Lücken); spezielle Abrechnungen zu baulichen Aufwendungen am Kirchengebäude 1664 und 1696.

IV A Bände

1a
Urbar 1592 über die der Kirche Gossau zustehenden Grundzinsen zu Gossau, Ottikon, Itzikon, Grüningen, Binzikon, Bertschikon, Wetzikon.

1b
«Urbar oder Zinsbuch der Kilchen und Spend zu Gossau, was namlich die an Kernen und anderm wie auch an Gelt jerlichen uff Sanct Martinstag ingehndts hat.» Aus der ausführlichen Einleitung geht hervor, dass es sich um die Erneuerung des Zinsurbars von 1592 (IV A 1a) handelt; Erwähnung eines «Kirchenspeichers» für das Getreide.

2
1678 angelegtes Kopialbuch: «Instrumenta und alte Documenta von der Pfarrpfrund Gossau und des Kilchensatzes daselbst Abänderung und teils Einkommens, sonderlich von Gütern; auf gnädige hohe Bewilligung aus den Originalibus abgeschrieben durch Joh. Ryffen, der Zeit Pfarrer daselbst. Die Originalia liegen in der Sacristei zum Fraumünster Zürich. Dies Abschrift aber soll von einem jeweiligen Pfarrer zu seiner Nachrichtung im Pfarrhaus gewahrsamlich aufbehalten und allwegen dem Successori in Treuen … eingehändigt werden.» Kopierte Dokumente 1357–1678.

3a
Stillstandsprotokolle 1636–1695.

3b
Stillstandsprotokolle 1697–1846.

4
Zinsbuch der Kirche Gossau, angelegt 1760er-Jahre: Verzeichnis der datierten Schuldtitel der Kirchgemeinde und Kontrolle der eingehenden Schuldzinsen 1762–1839.

5
«Register über alle im Pfarrhaus Gossau vorhandenen, in das Pfarramt mehr oder weniger einschlagenden Ordnungen und Schriften, verfertiget von Joh. Jakob Simler 1794.»

(Anlässlich der Inventarisierung 2003 fand sich im Archiv eine teils um 1812 datierte umfangreiche Sammlung von Drucken und Manuskripten für Kirchenmusik und -lieder).

Politische Gemeinde Gossau

Ehemalige Zivilgemeinde Ottikon

(altes Depot im Staatsarchiv)

I A Urkunden auf Pergament

9 Urkunden 1554–1748; darunter:
Einzugsbriefe 1554, 1572, 1608, 1647 für die gemeinen Einsässen bzw. die Gemeinde zu Ottikon; Schuldbrief 1565 zugunsten der Gemeinde Ottikon; Revers 1597 von Hans Furrer von Allenwinden (Gossau) betr. Bewilligung der Gemeinde zur Errichtung einer Wohnstätte ohne Nutzungsgerechtigkeit im Ottikoner Heidmass; Urteilsspruch 1620/22 im Streit zwischen der Gemeinden Ottikon und der Bürgerschaft zu Grüningen betr. komplexe Weiderechte Grüningens im Bann von Ottikon (teilweiser Auskauf der Grüninger Weidrechte, Hinweise auf einschlägige Rechtsinstrumente bis 1438, interessante Rechtsherleitung, inkl. Berücksichtigung von flurrechtlichen Verhältnissen der Gemeinden Gossau, Binzikon und Itzikon); Gerichtliche Beschreibung 1638 der «Offnung ihres Weidgangs» der Gemeinden Ober- und Unterottikon, Kindenmansmülli, Herschmettlen und Hanfgarten (sog. Offnungsbrief mit Grenzbeschreibung des gemeinsamen Weidgangs); obrigkeitliches Appellationsurteil 1748 im Streit zwischen Bewohnern im Ernisried und im Hasenacker einerseits und der Gemeinde Ottikon anderseits betr. Entrichtung des sog. Weidganggeldes der ausserhalb des Offnungsbezirkes wohnhaften Appellanten an die Gemeinde Ottikon.

Nachtrag

Staatsarchiv Zürich; Pfrundurkunde C IV 5. 2.18:

Zinsbrief 1568 zugunsten der Helfereipfrund Gossau.

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