Archivführer der Zürcher Gemeinden und
Kirchgemeinden sowie der städtischen Vororte vor 1798

bearbeitet von Dr. Otto Sigg

Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Kloten (Bezirk Bülach)

I A Urkunden auf Pergament

29 Urkunden 1442–1642, deponiert im Staatsarchiv; darunter:
Obrigkeitlicher Entscheid 1442 betr. Aufteilung der Kosten für den Sigristendienst im Kirchspiel Kloten (Dörfer/Höfe in den Gemeinden Kloten, Bassersdorf, Nürensdorf, Dietlikon, Schwerzenbach, Wallisellen, Opfikon, Seebach) und die Einbindung der Leute auf der Breite in diese Kosten; Instrumente Ende 15. Jh. betr. Hofkäufe durch die Kirche Kloten; vor allem: Schuldbriefe 1501–1642 zugunsten von Kirche und Kirchgemeinde Kloten.

I B Verträge auf Papier

Vor allem Schuldinstrumente 16./17. Jh. zugunsten der Kirche Kloten.

II A Akten

Heimatscheine 1786, 1788; ehegerichtliche Akten 18. Jh. spezifisch Einwohner der Gemeinde betreffend; undatiertes Verzeichnis der Kirchgenossen (1. Hälfte 17. Jh.); Einzugsbrief 1794; Sammlungen allgemeiner obrigkeitlicher Erlasse sowie von Bettagsmandaten und -gebeten 18. Jh.

III A Jahresrechnungen

Rechnungen vereinzelt 1599–1622 und ab 1670er-Jahren, weitgehend vollständig 1700–1798.

IV A Bände

1
Verzeichnis der Einkünfte der Kirche 1521–1574 (bemerkenswert u. a.: Zinseingänge der Bruderschaft St. Sebastian zu Kloten 1521, Angaben zum Halbteilrecht «eingestellter» Kühe 1520er-Jahre) mit originalem erhaltungswürdigem Pergamenteinband. Weitere Zinshefte: undatiert 16. Jh., 1597 (als Einband dazu dient eine Kaufurkunde von Erhart Trüb von Fällanden 1567) und 1625.

2
Stillstandsprotokolle 1752–1772 (mit Notiz des Verkaufs von Kirchenörtern 1720) und 1773 ff.

3
Verzeichnis der Kirchenörter 1778.

4
Urbar über die der Kirche Kloten zustehenden «jährliche Einkommen, Rent und Gült», 1565, verfasst von Landschreiber Heinrich Grossmann (Pergament; Originaleinband zwar nicht sachgemäss restauriert, aber in der Substanz erhalten).

alt 7
Pfründenbuch, angelegt 1674: Verzeichnis der Einkünfte und der Besetzung der reformierten Pfründe, inkl. Ostschweiz; darin: Rechnung über den Bau des Kirchturms Kloten 1785– 1791 und den Verkauf der Kirchenörter.

Politische Stadtgemeinde Kloten

I A Urkunden auf Pergament

21 Urkunden 1487–1709; darunter:
Obrigkeitlicher Urteilsspruch 1487 betr. Verleihung von Allmendgut der Gemeinde Kloten an Einwohner von Gerlisberg; obrigkeitlicher Urteilsspruch 1504 im Streit zwischen Jörg Göldli im Rohr und der Gemeinde Kloten betr. Mühlehofstatt (wo Göldli keine neue Mühle mehr aufbauen darf) sowie betr. Wässerungsrecht und Weiderecht für Schweine zugunsten von Göldli; obrigkeitliche Beschlüsse für Kloten betr. Weinausschank beim Zapfen 1556 und betr. Brotverkauf ab Haus 1709; Instrumente 16./17. Jh. betr. Holz-, Nutzungs-, Weiderechte von Kloten im Verhältnis zu Rüti (Winkel), zu Hans Ludwig von Waldkirch als Besitzer des Schlosses im Rohr, zu Oberhausen, zu Rümlang; Urkunden 16./17. Jh. betr. Verbot des Verkaufs aufgeteilter Allmendgüter und von Kehlhofgütern nach auswärts; exemplarischer Vergleich 1673 zwischen den Vollbauern als Inhabern einer vollen Nutzungsgerechtigkeit einerseits sowie den Taunern und «Halbhäuslern » anderseits um die Nutzung des Gemeinwerks (Holz, Eichelmast), um Einkaufsgelder von Konkursiten und um die Sanierung des Gemeindehaushalts mittels parzellenweiser Verleihung des Turbenriedes; Rechtserteilung 1603 des Kyburger Landvogts für die Gemeinde Kloten, von Neuzuziehenden nebst der Einkaufstaxe eine zusätzliche Abgabe von einem silbernen Becher zuhanden des Gesellenhauses sowie den Besitz von Harnisch und Gewehr zu verlangen.

II A Akten

darunter:
Weidgang zu Kloten und Opfikon 16.–18. Jh.; Brunnenordnung 16./17. Jh.; Schuldbriefe (u. a. zugunsten der Gemeinde Kloten) 16.–18. Jh.; Definition der Kriegspflicht 1601 für Kloten, Rüti und Opfikon; Einzug, Niederlassung 17./18. Jh.; Metzgrecht und Metzgrechtsbrief 1788; Erwerb von Wald durch die Gemeinde 18. Jh.; Gemeindeordnung 1716; Viehseuchen 18. Jh.; Gemeinderechnung 1714; Strassenwesen 18.Jh.; div. Akten zu privaten Streitigkeiten auch im Flurwesen 18. Jh.; verschiedenste Erlasse der Oberbehörden 18. Jh.; Vormundschaftswesen 18. Jh.; umfangreiche Gantakten zweite Hälfte 18. Jh. des Klotener Untervogts Schärer betr. durch ihn veranstaltete Ganten zu Kloten, Opfikon, Bassersdorf, Nürensdorf, Oberglatt u. a.m.

Ehemalige Zivilgemeinde Kloten

I A Urkunden

3 Urkunden: Einzugsbrief 1570 mit aussergewöhnlichen Bestimmungen zur Nutzung; Einzugsbrief 1632; obrigkeitlicher Urteilsspruch 1657 im Streit zwischen Kloten einerseits sowie Rieden und Dietlikon anderseits betr. gemeinsame Weiderechte (aufgrund der einstigen Zugehörigkeit von Rieden und Dietlikon zur Kirchgemeinde Kloten).

Verzeichnis der Einkünfte der Kirche Kloten Liste über Halbteil-Recht, 1525, Kloten

IV A 1: Dieses das 16. Jh. beschlagende Verzeichnis der Einkünfte der Kirche Kloten ist in bemerkenswert rationeller Art gebunden worden. Aus dem Inhalt: Liste 1525 der Bauern, die Kühe, Rinder und Kälber «nach Halbteil-Recht» von der Kirche erhalten haben und jeweils auf den Sankt-Johanns-Tag (24. Juni) die entsprechende Abzahlung, nämlich «den halben Teil» des Ertrags der Kuh, zu entrichten hatten. « … Item dem Uoli bachman i kuo um 6 1/2 lib nach halbtheils recht … »

 

II A Akten

Bestätigung 1687 des Urteils 1676 betr. Nutzung zwischen Vollbauern und Taglöhnern/Halbhäuslern; Signatur II A 2 auf Pergament: obrigkeitlich der Gemeinde Kloten erteiltes Recht 1788 für eine ehehafte Metzg (in der Argumentation für dieses Metzgereirecht erscheint das alte Zentrum Kloten als die ein grosses Gebiet umfassende Mutterkirche des Mittelalters).

III A Jahresrechnungen

Lediglich Jahresrechnungen des Gemeindegutes 1645/46 und 1787/88 vorhanden.

Geerlisberg

«Urbar um den Zehnten zu Gerlisberg», verfasst 1656 durch Hans Conrad Gyger (mit Zehntenplan); (privates Depot 2003).

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