Archivführer der Zürcher Gemeinden und
Kirchgemeinden sowie der städtischen Vororte vor 1798

bearbeitet von Dr. Otto Sigg

Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Laufen-Uhwiesen (Bezirk Andelfingen)

II A Akten

Jahresrechung 1555 der Kirchenpfleger zu Laufen und der Kapellenpfleger zu Uhwiesen; um 1598 wohl durch den Amtschreiber angelegtes Formularbuch (Muster für verschiedene Rechtsinstrumente wie Urfehdebriefe, Testamente, Übergabe der Erbgerechtigkeit ab Grundstücken, Mannrechtbriefe, Ledigsprechung von Leibeigenschaft, Verträge bei Totschlaghändeln, erbrechtliche Vorlagen, Heiratsbriefe und -verabredungen); div. Rechnungsakten 17./18. Jh. (auch das gesamte Amt Uhwiesen betreffend).

III A Jahresrechnungen

Jahresrechnungen, Restanzenverzeichnisse, 1616–1798; Mehrjahresrechnungen über das Sondersiechengut im Amt Uhwiesen (Siechenhaus im Geisstal) 1775–1795; Aufteilung dieses Gutes 1798 unter die Gemeinden Uhwiesen, Flurlingen, Feuerthalen und Langwiesen.

IV A Bände

1: «Urbar der Pfarrkilchen Lauffen» 1658 (Einkünfte der Kirche an Grundzinsen und Zehnten, Verzeichnis des Güterbesitzes, Nachträge 18. Jh.; Einkünfte des Schulhauses).

2
«Acta Consistorialia, das ist Verzeichnus der streitigen Ehehändlen, so sich zugetragen in der Pfarr Lauffen im Jahr Christi 1637 … angefangen durch mich Hans Martin Farner, der Zeit Pfarrern daselbsten»: Ehe- und Stillstandsprotokoll 1637–1804, inkl. Anhang mit Aufzeichnungen derjenigen Männer, die beim Austeilen des Abendmahls zugedient haben, statistische Angaben zur Bevölkerungszahl der Kommunikanten, rechnerische Angaben zur Verteilung des Almosens, 17. Jh.

Politische Gemeinde Laufen-Uhwiesen

I A Urkunden auf Pergament

167 Urkunden 1370–1694; darunter:
Konstanzisch-bischöflicher Lehenbrief 1397 um das «Gerütgut » auf dem Kohlfirst; verschiedenste Schuld-, Schenkungs-, Kauf-, Gant-, Tausch- und Gültinstrumente 15. / 16. Jh. (privater Bezug und Bezug zur Gemeinde und Kirchgemeinde sowie zur Pfarrkirche Laufen, zu der Kapelle Uhwiesen, den Sondersiechen im Geisstal, aktiv und passiv); Spruchbrief 1445 zwischen Uhwiesen einerseits und Flurlingen, Langwiesen und Feuerthalen anderseits betr. Übervorteilung der drei Gemeinden durch Uhwiesen (zusammen die vier Amtsgemeinden unter dem Gericht des Stifts Konstanz bildend) bei der Besetzung des gemeinsamen Rates und bei der gemeinsamen Flurnutzung; Spruchbrief 1455 wegen einer Jahrzeit im Jahrzeitbuch der Kirche Laufen; Lehenbrief 1462 von Bischof Heinrich zu Konstanz betr. Weinzehnten zu Uhwiesen und weitere Lehenbriefe und Rechts-Instrumente betr. diesen Zehnten 15./16./17./18. Jh.; Spruchbrief 1474 betr. Weidgang im Emmenriedt zwischen Uhwiesen und Dachsen einerseits und Benken anderseits; Lehenbrief 1493 um den Hof zu Mörlen; Vergabungen, Stiftungen von Jahrzeiten 1497, 1519 an die Kapelle Uhwiesen bzw. an die Leutpriester; Spruchbrief 1498 betr. eine Mistschütti in den Rebbergen von Uhwiesen; konstanzisch-bischöflicher Spruchbrief 1513 betr. Holznutzung des Leutpriesters der Pfarrei Laufen in der Gemeindewaldung von Uhwiesen; obrigkeitlicher Spruchbrief 1516 betr. Mitfinanzierung des neuen Chores der Kirche Laufen durch die Kirchgenossen von Trüllikon; Vergabung 1519 an die Sondersiechen im Geisstal; Schuldbrief der gesamten Amtsgemeinde 1524; Erblehenbrief 1526 der Kirchgenossen der Pfarrei Laufen um das Mesmeramt zu Laufen; Schuldbriefe der Gemeinde Uhwiesen 1530 (grössere Geldaufnahmen durch die Gemeinde); Kaufbrief 1537 um einen Teil des Weinzehnten zu Uhwiesen; obrigkeitlicher Spruchbrief 1538 zwischen den Rebleuten zu Uhwiesen und Dachsen einerseits und den gemeinen Weidgenossen zu Uhwiesen, Dachsen, Flurlingen, Feuerthalen und Langwiesen anderseits betr. das den Weidgenossen abträgliche, bereits erfolgte Einschlagen neuer Reben; Spruchbrief 1539 wegen Streit zwischen Dachsen und Uhwiesen betr. Bussenerhebung und Bannzugehörigkeit des Waldes «Krützhalden »; Spruchbrief 1540 betr. Bussenkompetenz (im Flurbereich) und betr. Kompetenz des Einzugsgeld zwischen den Amtsgemeinden Uhwiesen, Flurlingen, Feuerthalen und Langwiesen einerseits und dem konstanzisch-bischöflichen Gericht anderseits; Spruchbrief 1542 betr. Rechtscharakter des Einfangs «Geisstal»; Urbar 1554 der Weinzehnten zu Uhwiesen, Flurlingen, Feuerthalen und Dachsen; Verzeichnis 1555 der im Amt Uhwiesen pflichtigen Schuldner und Zinsen für Schuldkapitalien, für die Amt und Gemeinde Uhwiesen haften; Kaufbrief 1593 um den Weinzehnten zu Uhwiesen (1200 Gulden); Vertrag 1595 betr. Flurordnung von Äckern unterhalb des Kohlfirstes, Äcker, die immer mehr zum Schaden der gemeinen Weidgenossen des Amtes Uhwiesen u. a. durch Schaffhauser Bürger individuell bewirtschaftet worden sind und die nun wieder in den Rhythmus der Dreizelgenordnung zurückgeführt werden; Spruchbrief 1597 betr. Entrichtung des Brauchs gegenüber der Grafschaft Kyburg sowohl für Freie wie Leibeigene des Bischofs zu Konstanz und des Schlosses Laufen im Amt Uhwiesen; Spruchbrief 1602 betr. Wasserrecht (Wässerung der Wiesen, Antrieb der Mühle Dachsen) des Abflusses des Weihers des Hofes Mörlen im Uhwieser Bann; Schuldverschreibung 1602 der Gemeinde Uhwiesen um 500 Gulden; Spruchbrief 1606 im Konflikt um Holznutzung zwischen dem zürcherischen Obervogt zu Laufen und den Amtsgemeinden Uhwiesen, Flurlingen, Langwiesen und Feuerthalen; Einzugsbrief 1613 für Uhwiesen; Spruchbrief 1615 zwischen den Gemeinden des Amtes Uhwiesen (Uhwiesen, Flurlingen, Langwiesen einerseits, Feuerthalen anderseits) betr. Handhabung, Verwendung, Abrechnung der Einzugs- und Hintersässengelder des Amtes; Schuldverschreibung 1615 der Gemeinden der Pfarrei Laufen zur Erweiterung des Kirchhofs zu Laufen; Schuldverschreibung 1620 der Dorfgemeinde Uhwiesen zwecks neuer Glocke der Kapelle zu Uhwiesen; Bestätigung eines erbrechtlichen Erlasses 1620 für die vier Amtsgemeinden (durch die Stadt Zürich und den Bischof zu Konstanz); Schiedsspruch 1641 zwischen den Gemeinden Dachsen einerseits und Uhwiesen, Feuerthalen, Flurlingen und Langwiesen anderseits wegen gemeinsamer und geteilter Weidgangrechte und weiterer flurrechtlicher Angelegenheiten; ähnliche Ausmarchung 1666; obrigkeitliche Bewilligung 1653 für das Amt Uhwiesen zur Führung einer eigenen Weinrechnung (d. h. das Recht für regionale Preisbestimmung, und zwar angesichts der guten «Gewächse» im Amt, jedoch Verbot des Handels mit auswärtigen Weinen; Urkunde fehlt 1990); Verzicht 1660 der drei Amtsgemeinden Flurlingen, Feuerthalen und Langwiesen auf das neben dem Siechenhaus des Amtes Uhwiesen befindliche Siechenhölzli zugunsten der Gemeinde Uhwiesen; Verzichtserklärung 1660 des Schaffhauser Bürgers Braun gegenüber der Amtsgemeinde Uhwiesen betr. mögliche Vorteile für seine neuerbaute Trotte in seinem Rebberg Vogelsang in Flurlingen und Urteil dazu 1713; obrigkeitlicher Spruchbrief 1685 betr. Abweisung von Ansprüchen der Einwohner von Nol zur Brennholznutzung im Uhwieser Nutzungsbereich.

I B Verträge auf Papier

darunter:
Eid und Ordnung der Zehntenleute und -knechte im Amt Uhwiesen 16. Jh.; weitere Zehntensachen; ausführlicher und interessanter Pachtvertrag 1733 um die Mühle zu Dachsen; Kaufgeschäft 1791 um den Weinzehnten zu Uhwiesen um 4000 Gulden.

II A Akten

darunter:
Notarielle Akten wie Vermögensinventare, Hinterlassenschaften, Verzeichnisse von Hausrat und fahrender Habe von Privaten aus verschiedenen Gemeinden des äusseren Amtes der Grafschaft Kyburg; zwei sog. Gemeinderödel 18. Jh. mit Wahlprotokollen und -angelegenheiten der Beamten und mit Gemeindebeschlüssen zu Flur-, Nutzungs- und Gemeindegeschäften aller Art; Rodel 18. Jh. mit Bussen über Flurvergehen; umfassende Gemeinde- und Forstordnung 1765; Formularbuch 17. Jh. mit Mustern notarieller Instrumente wie Gant-, Kauf- Schuldbriefe u. a. m.

III A Jahresrechnungen

Eine einzige Gemeinderechnung 1795.

IV A Bände

1 und 2
Verzeichnisse 1571 und 1602 über Schuldkapitalien, welche die gesamte Amtsgemeinde Uhwiesen und/oder einzelne Gemeinden des Amtes für sich allein aufgenommen haben: Angabe der Unterverteilung der Kapitalien an einzelne Bürger und Angabe der entsprechenden Unterpfande und Zinsverpflichtungen.

3 und 4
Protokolle bzw. sog. «Sextern» betr. die durch das Amtsgericht zu Laufen gefertigten Rechtshandlungen notarieller Art, angelegt um 1593 (bis 1606 reichend) und 1632 (bis 1635/1651 reichend).

Sextern Laufen-Uhwiesen, 1632 angelegt

IV A 4: Im Jahr 1632 angelegtes «Sextstern» (= Sextern, Lage von 6 Bogen) mit notariellen Geschäften wie Teilungen und Konkursen, die nicht vor Gericht gefertigt worden waren und die Hans Jacob Meyer, der Junge, in Vertretung seines kranken Vetters, des Amtschreibers, hier festgehalten hatte. Das Archiv von Laufen-Uhwiesen umfasst auch Teile des Archivs des gesamten bischöflichkonstanzischen Amtes Uhwiesen, bestehend aus den Gemeinden Uhwiesen, Flurlingen, Langwiesen und Feuerthalen. Typisch barocker Spruch des später ebenfalls als Amtschreiber dienenden Meyers: «Die Kunst ist ein grosse Gaab Jedoch hat die Fromkeit das grösser Lob Kunstlich und gelert sein, stath gar wol Doch man vor allem fromm sein sol.»

 

5 bis 11 (teils mit Unternummern)
Eine Reihe von «Vogtkinder-Rechnungen» bzw. «Vogt- und Schirmbüchern» bzw. «Waisenprotokollen» 1593–18. Jh., die gesamte Herrschaft Laufen und das Amt Uhwiesen betreffend.

12.1 bis 12.7 sowie 13 und 14
Eine mit Lit. B-H bezeichnete Reihe von Waisenprotokollen 1714–1802 für das äussere Amt der Grafschaft Kyburg (Truttikon, Trüllikon, Marthalen, Rudolfingen, Oerlingen und Wildensbuch, auch Ellikon, Dachsen, Benken, Ossingen) sowie Waisenregister der Herrschaft Laufen 1758–1808 und Waisenbuch der Kirchgemeinde Feuerthalen-Langwiesen 1797–1808.

15
«Urbar des Siechenhüslins im Geissthal», angelegt 1658 durch Jacob Meyer, Amtsschreiber der Herrschaft Laufen: Verzeichnis der Schuldkapitalien bzw. Schuldzinsen, fällig gegenüber dem der gesamten Amtsgemeinde Uhwiesen gehörenden Siechenhaus im Geisstal (die Anlage des Urbares wurde notwendig, weil wegen «Sterbensläufen» und «schwerer Teuerung » Unsicherheit bezüglich der Schuldverpflichtungen bzw. der entsprechenden Unterpfande herrschte); Siegel der Stadt Zürich, von Obervogt Teucher zu Laufen und von Gerichtsherr Johann Ludwig Peyer wegen dessen niederen Gerichtsbarkeit.

Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Marthalen

I A Urkunden auf Pergament

5 Urkunden 17. Jh.; darunter:
Schuldverschreibung 1660 (Geldaufnahme von 500 Gulden durch die Kirchgemeinde «zur Erbauung unserer Kirchen»); Schuldverschreibung 1695 der Kirchgemeinde im Zusammenhang mit Rückzahlungen an die Hinterlassenen von Pfarrer Wiser (welcher der Gemeinde mehrmals Geld geborgt hat, die dieses nicht unmittelbar zurückzahlen kann); Schuldbriefe 17. Jh. zugunsten der Kirchengutes; privater Schuldbrief 1620 (Erwähnung eines Kaufgeschäftes betr. die obere Mühle zu Marthalen).

I B Verträge auf Papier

Konkursrechtliche «Zugbriefe» der Kirchgemeinde Marthalen 17./18. Jh. (Behändigung von Konkursgut durch die Gemeinde im Zusammenhang mit «Auffällen» verschiedener Bürger).

II A Akten

Akten zu Rechnung und Ökonomie von Kirchen- und Armengut 17./18. Jh.; eigenhändige Verfügung des Marthaler Gerichtsherrn Hans Christoph von Waldkirch zur Stiftung eines Legates ins Armengut 1642; kurze Abrechnungen zum Kirchenbau 1661; Verzeichnisse und Übergabe der Kirchenlade 18. Jh.; Akten zu der Kirchgemeinde zustehenden Grundzinsen und Zehnten 18. Jh.; kleines Urbar 1511 (Kopie von 1731) betr. den dem Mesmeramt zustehenden Zehnten; Abschrift 1721 eines Rodels mit Beiträgen anderer Gemeinden an den Kirchenbau 1659; Akten zum Schulwesen: Listen der Schulsteuerpflichtigen 1727/28, Gründungsakten 1728 der «Frei-Schule» zu Marthalen, div. Rechnungsakten des Schulgutes 18. Jh.; «Verding» 1727 mit Maurer Johannes Nägeli von Marthalen zum Bau einer Treppe zur Empore (Weitergabe des Verdings an einen Maurermeister von Feuerthalen); eine handschriftliche Kompilation mit der Bezeichnung: «Von dem seligen Reformationns-Werk» (chronikalische Verzeichnung 17. Jh. der Lebens- und Wirkungsstationen Zwinglis).

III A Jahresrechnungen

Rechnungen des Kirchen- und Armengutes 1634/37; Rechnungen des Almosenamtes Marthalen 1676/84; Dreijahresrechnung des Kirchengutes 1754/56; Dreijahresrechnungen des Kirchen- und Almosengutes 1790/92, 1793/95; Jahresrechnung des Kirchen- und Almosengutes 1798.

Wappen der Amtsgemeinde Uhwiesen, 1658

IV A 15: Wappen der Amtsgemeinde Uhwiesen auf dem Einband des Urbars 1658 des Siechenhauses im Geisstal (heutiges Gemeindewappen von Laufen- Uhwiesen).

 

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