Archivführer der Zürcher Gemeinden und
Kirchgemeinden sowie der städtischen Vororte vor 1798

bearbeitet von Dr. Otto Sigg

Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Pfungen (Bezirk Winterthur)

II A Akten

Sammlung gedruckter Bettagsmandate 1667–1798.

IV A Bände

1
«Protocollum der Stillständen der Kirchen Pfungen, angefangen von Jacob Meyer, neu erwähltem Pfarrer einer christlichen Gemeinde daselbst, den 22. Juli 1770.» Bemerkung Meyers unter dem Titel: «Die Particularia hat der Pfarrer für sich selbst weitläufig aufgezeichnet und behalt sie auch für sich geheim» (dieses ausführliche Parallelprotokoll s. unten Nr. 2). Protokolle von Meyer bis 1792, darnach von seinem Nachfolger Ziegler bis 1807/25 weitergeführt. Meyer (1731–1792) versah den Pfarrdienst in Pfungen 1770–1792.

2
Durch Pfarrer Jacob Meyer 1770 angelegter Dokumenten- und Protokollband. Im 20. Jh. neu gebunden; Verlust von gewissen Partien gegenüber dem ursprünglichen Zustand. (Der aus Winterthur stammende Meyer war immer auch als Historiker-Dokumentalist tätig; von ihm stammt u. a. das sog. Meyer’sche Promptuar, ein 1785 abgeschlossenes, 37-bändiges «systematisches, alphabetisch-chronologisches Promptuarium über die hiesigen Staatsprotokolle [Ratsmanuale]». Staatsschreiber Johann Conrad Hirzel nutzte – wie er berichtet – Meyers «Kenntnisse und Fertigkeiten in Archiv-Sachen» zielgerichtet für das grosse Werk des bis auf den heutigen Tag im Staatsarchiv noch immer oft benützten Promptuars.)

Aufbau des Bandes in vorliegender Form:
A
S. 33–96: S. 33 (vorgängige Seiten fehlen): Wohl nur noch Rest von «Verzeichnis der Dokumente zu der Gerichtsherrlichkeit Pfungen gehörig». S. 37–52: Verzeichnisse, Abschriften der «Diplomata der Gemeinde Pfungen» sowie von «Gemeindsschriften» S. 53–96: Abschriften der «Dokumente der Gerichtsherrlichkeit Pfungen» Zeitraum der verzeichneten und kopierten Dokumente 1479 (Offnung) bis 1742.

B
Anschliessend mit Neupaginierung S. 1–169 von «Pars II»: «Pfungen Ecclesiastica mixta»: Minutiöse Akten- und Korrespondenzdokumentation sowie Kopialbuch mit Bezug zur Obrigkeits-, Staatsämter-, Antistitial-, Ehegerichts-, Synodal-, Kapitels-, Dekanats-, Gemeinde- und Privatebene 1770– 1785 (mit wenigen, spezifisch Pfungen betreffenden Bezügen ab ca. 1526); einmalige Schau der (vorwiegend beruflichen) Informations- und Kommunikationswelt eines Pfarrherrn des späteren 18. Jh. (Kommentar von Staatsschreiber Hirzel dazu: «Herrn Meyers Pflicht- und Gewissenssache war seiner Bestimmung nach, über Ecclesiastica in engerm und weiterm Sinn, rücksichtlich besonders auf sein Local- Pastoral-Amt, gleichsam mit eisernem Fleiss zu forschen und zu sammeln).»

C
Anschliessend mit Neupaginierung S. 1–206: «Protocollum des Still-Stands zu Pfungen», angelegt durch Pfarrer Meyer 1770 und durch ihn geführt bis 1792, fortgesetzt und geführt bis 1795 durch Pfarrer Ziegler (es handelt sich um das durch Meyer in Band IV A 1, s. oben, bemerkte geheime Protokoll der Particularia).

Particularia Pfungen, ab 1770

IV A 2: Einleitung von Teil C von IV A 2: Einleitung des von Pfarrer und Dokumentalist Jacob Meyer (1731–1792) bei seinem Amtsantritt in Pfungen 1770 eröffneten, in persönlich-ausführlicher Variante geführten Stillstandsprotokolls (sog. «Particularia»; das offizielle Beschlussprotokoll s. IV A 1). Wie Meyer hier berichtet, fand er bei seinem Amtsantritt ein Protokollbuch vor, das aber leer war. Sein Vorgänger, Vikar Ziegler, protokollierte nicht, weil er befürchtete, die Herren Visitatoren würden «vielleicht nicht allemal den besten Gebrauch davon machen». Meyer fand auch die Archivalien in «grösster Unordnung» vor, und er ordnete sie chronologisch in vier grossen Sachbetreffnissen, um später, «bei mehrerer Musse» ein vollständiges Nominal- und Real-Register zu erstellen. Bei Meyer handelt es sich um den Verfasser des grossartigen, 37 Bände umfassenden und noch laufend im Staatsarchiv gebrauchten Promptuars der obrigkeitlichen Ratsmanuale.

 

Politische Gemeinde Pfungen

II A Akten

Urteilsspruch 1540 (Kopie 18. Jh.; das Original auf Pergament befindet sich in C V 3, Schachtel 3b, im Staatsarchiv) im Streit zwischen den Gemeinden Pfungen und Embrach betr. Weideweg der Gemeinde Pfungen durch das Embracher Eigenhartholz (wegen Schädigung des Holzes möchte Embrach diesen Weg nur noch gestatten, wenn Pfungen entsprechend einzäunt; im Spruch wird der Weg für Pfungen nach bisheriger Übung geschützt); von Vogt Bürgi 1736 erstellte Kopie «eines gütlichen Vergleichs zwischen den Gemeinden Pfungen, Neftenbach, Embrach und Rorbas betreffend die Verbesserung der Landstrasse unter der Kohlschwerzi … 1556»; weitere Kopie eines einschlägigen Vertrags 1661; gütlicher Vergleich 1643 (später auch «Marchbrief» genannt) im Streit zwischen Bürgern von Pfungen und der Gemeinde Neftenbach betr. Grenzverlauf im Bereich der Äcker und Wiesen genannt Wyden an der Töss («wegen der sich stets verändernden Töss», welche u. a. vor vielen Jahren Neftenbacher Grund im Bereich Wyden weggetragen hat, der sich nun aber wieder neu gebildet hat, sind Grenzziehungen schwierig; die folgenden Grenzbestimmungen sprechen 6 Jucharten in der Wanni den Pfungenern zu, das «übrige Ausgelände ennet der Töss gegen Pfungen» soll jedoch «zu ewigen Zeiten» Neftenbacher Gemeindegut bleiben); 1703 durch Schulmeister Steiner festgehaltener «Marchzettel» zwischen der Gemeinde Pfungen und den benachbarten Hofbauern (Steigen, Maagenberger, Näf und Mettmenstetten); durch die Gemeinden Neftenbach und Pfungen sowie den Eigentümern der an die Töss anstossenden Güter 1782 erstellter «Marchenbrief»; durch die Gemeinde Neftenbach 1764 für die Gemeinde Pfungen ausgestellter «Schein» betr. Benützung der gemeinsam neu eingerichteten «Wasserstube», welche anlässlich der Erneuerung des gemeinsamen Jochs des Tössstegs angelegt werden musste (Neftenbach hat gegen Entschädigung das Bauholz gestellt, da Pfungen über kein solches verfügt); 1818 zwecks Ermittlung der Loskaufssumme erstellte Statistik der Pfungener Zehntenerträge 1774–1797; Sammlung von vormundschaftlichen Abrechnungen 17./18. Jh.

IV A Bände

1
1789 angelegtes «Marchenbuch» der Gemeinde Pfungen, fortgeführt bis 1865 (u. a. Marchen 1789 für den Weg zum und durch den Rebberg; Wegmarchen sowie Marchen betr. private und Gemeindegüter 19. Jh.).

2
Durch Landschreiber Hegner von Winterthur 1702 verfasstes Urbar betr. die Grund- und Bodenzinsen der der Stadt Winterthur zustehenden Gerichtsherrschaft zu Pfungen (inkl. Protokolleintrag der Gemeinde Pfungen 1870 mit Bestätigung des Loskaufs gegenüber der «Kantonalverwaltung Winterthur»).

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