Archivführer der Zürcher Gemeinden und
Kirchgemeinden sowie der städtischen Vororte vor 1798

bearbeitet von Dr. Otto Sigg

Römisch-katholisches Pfarramt Rheinau (Bezirk Andelfingen)

Anlässlich der Aufhebung des Klosters Rheinau ins Pfarrarchiv Rheinau transferierte Teilbestände des Klosterarchivs Rheinau mit umfangreichen, die Pfarrgemeinde spezifisch betreffenden Dokumenten. Originaldokumente ab 14. Jh. mit kopialen Bezügen ab 9. Jh.; es handelt sich um die nach ursprünglicher Einteilung des Klosterarchivs bezeichneten Betreffnisse C I («Custodia») und L I (Differenzen zur reformierten Bergkirche).

Politische Gemeinde Rheinau

I A Urkunden auf Pergament

40 Urkunden auf Pergament und 2 Urkunden auf Papier 1437–1738. (Das Staatsarchiv hat diese mit «St. Rh.» Nr. 1–42 signierten Urkunden im Jahr 1892 «auf der Auktion Stadler in Jestetten» für Fr. 245.– gekauft). Es handelt sich um den Urkundenbestand der Stadt Rheinau, der dem Stadtarchiv offensichtlich entfremdet worden war und auf den Antiquitätenmarkt gelangte. darunter:
Vidimus 1437 des von Kaiser Sigismund 1434 der gräflich-sulzischen Stadt Rheinau erteilten Freiheitsbriefes; Vidimus im Beisein der Vertreter der Stadt Rheinau 1439 der von König Albrecht 1438 an die Grafen von Sulz erteilten Bestätigung von Privilegien; Rechtsinstrumente 1461, 1496 betr. finanzielle Beteiligung («Steuer») des Klosters an Zinsausgaben der Gemeinde Rheinau; Urteile eidgenössischer Ratsboten 1485, 1490, 1491, 1519 betr. Bezug des fahrenden Gutes und des «Lasses» verstorbener Rheinauer Frauen und Männer durch das Kloster (u. a. Schutz der alten Rechte der Einwohner von Rheinau und entsprechende Beschränkung des Klosters auf den üblichen «Fall»); Verzeichnis 1510 der Rheinauer Hofstätten und Hofstattgelder; «ausgeschnittener Zettel» (Chirograph) 1510 mit einer Regelung zwischen Kloster und Gemeinde Rheinau betr. Bezug des Weinzehntens; Beschluss 16. Jh. zur Gerichtskompetenz der Stadt Rheinau über den von Mandach; Rechtsinstrumente (1552) 1555 betr. Weidgangstreitigkeiten zwischen den dem Kloster Rheinau grundherrlich zugetanen und miteinander weidgenössigen Gemeinden Marthalen einerseits und Rheinau, Benken, Oerlingen, Kleinandelfingen, Wildensbuch und Ellikon anderseits; Spruchbrief 1563 betr. Beteiligung der vier Ritterlehen und des Klosters Rheinau an Kapitalschuldzinsen und Schuldablösung der Gemeinde Rheinau und Übergabe von Brücke und Zoll von der Gemeinde Rheinau an das Kloster; Schuldverschreibungen 1571, 1602, 1669 der Gemeinde Rheinau; Spruchbrief 1594 betr. Eichelnutzung des Mannhuser Hofes im Verhältnis zu Kloster und Gemeinde Rheinau; Stiftung 1670 eines jährlichen Zinses für die Hebamme der Stadt Rheinau; Regelung 1674 des Abtes betr. Holznutzung und Weidgang der Gemeinde Rheinau; Kaufbrief 1697 betr. Badstube zu Rheinau (Verkauf durch das Kloster an einen Rheinauer Bürger); div. Rechtsinstrumente privater Natur des Ossinger und des Marthaler Gerichts (ohne Bezug zu Rheinau); div. durch den Schultheissen zu Rheinau in seiner Funktion als Richter des Abtes ausgestellte Rechtsinstrumente privater Natur; Bürgerrechtsbrief 1738 der Stadt Rheinau für einen Neubürger (inkl. Angabe des Aufnahme-Prozederes, des Einkaufgeldes, der Bewirtung der Bürger).

II A Akten

(vermisst)

IV A Bände

1
Privates Rechnungsbuch (nicht «Gemeindebuch»); wohl durch einen Bürger von Rheinau 1761 angelegtes Rechnungsbuch mit Verzeichnis von Ausgaben privater Natur wie Löhne für Dienste und verschiedene Dienstleistungen u. ä., ab ca. 1781 fortgeführt von anderer Hand. Hinten: «Kapitalbuch» 1812 sowie Rezept für die Anfertigung von Tinte und Rezepte für medizinische Elixiere und Salben.

2
Rechnungsbuch mit jährlicher Einnahmen- und Ausgabenrechnung der Stadt Rheinau 1782–1825.

3
Rechnungsbuch mit jährlicher Ausgabenrechnung der Stadt Rheinau 1788–1825.

4
Zinsbuch der Stadt Rheinau: Verzeichnung und Kontrolle von der Stadt zustehenden Zinsen ab Schuldkapitalien und ab verliehenen Grundstücken 1788–1832 (inkl. Stadt-Metzg).

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