Archivführer der Zürcher Gemeinden und
Kirchgemeinden sowie der städtischen Vororte vor 1798

bearbeitet von Dr. Otto Sigg

Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Steinmaur-Neerach (Bezirk Dielsdorf)

II A Akten

darunter:
Kopie der Kanzlei der Stadt Baden der Beschreibung 1532 des Sigristengutes zu Obersteinmaur und Nachträge dazu 18. Jh.; Sammlung von in der Kirche verlesenen obrigkeitlichen Erlassen und landvögtlichen Befehlen 17./18. Jh. zu verschiedensten staatlichen und kirchlichen Regelungsbereichen; gleichermassen Sammlung gedruckter obrigkeitlicher Mandate 18. Jh.; Akten, Verzeichnisse, Berichte 16.–18. Jh. zum umfangreichen Einkommen der Pfrund Steinmaur; Akten, Korrespondenz 17./18 Jh. zu Ehe- und Paternitätssachen spezifisch Mitglieder der Gemeinde betreffend; Abrechnungen zur Beschaffung bzw. zur Umgiessung von Glocken 1745 und 1777 und zum Kauf einer neuen Kirchenuhr 1777, inkl. entsprechender Steuerbezug 1745; Listen, Verzeichnisse 2. Hälfte 18. Jh. über in der Kirchgemeinde zur Austeilung gelangter Armenunterstützungen sowie Unterstützungen Unwettergeschädigter; Akten, Korrespondenz, Erhebungen (z. B. statistischer Art sowie über Kartoffelanbau, Ernten, Grundgefälle usw.) im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Teuerung und Hungersnot 1771/72; ähnliche Akten zur Teuerung der 1790er Jahre (immer inkl. Neerach), vor allem Austeilungen von Lebensmitteln an listenmässig aufgeführte Bedürftige, Erhebungen zum Kirchengut Steinmaur und Kapellengut Neerach, statistische Erhebungen der Bevölkerung, Güterverzeichnis der Bürger zu Neerach 1793.

III A Jahresrechnungen

Jahresrechnung 1671/72 (inkl. Verzeichnis der Spender von Wappenfenstern für die Kirche Steinmaur).

IV A Bände

1
Pfründenbuch 1531 bis 1. Hälfte 18. Jh. und Nachträge bis 19. Jh. Übliches Verzeichnis der zürcherischen Pfarrpfründen (inkl. Ostschweiz) mit Angabe des jeweiligen Pfrundeinkommens und Auflistung der pfarrherrlichen Inhaber der einzelnen Pfründe.

2
Verzeichnis, Urbar 1678 betr. die der Pfrund zustehenden Zehnten, genannt Meyerzehnten.

Pfründenbuch Steinmaur-Neerach, 1531

IV A 1: Übliches Pfründenbuch mit dem um 1700 unter Pfarrherren kursierenden Spruch:
«Es thünt sich allerhand Pfründen
hier in dißem Buoch befinden,
als namlich
Magere und feisse
Lauwe und heisse

Chorherren mässige
Dürrbiren ässige

Apenzellische
Rebellische
…»

 

Politische Gemeinde Steinmaur

Ehemalige Zivilgemeinde Obersteinmaur

(I A Urkunden auf Pergament: I A 1–9 f.hlten zum Zeitpunkt der Inventarisierung im Gemeindearchiv. Regesten gemäss Archivverzeichnissen).

II A Akten

Listen und Quittungen 18. Jh. betr. die durch die Gemeinde Obersteinmaur geleisteten Liebessteuern an verschiedene brandgeschädigte Gemeinden und Personen; undatiertes Verzeichnis sowie Memorial «betreffend das in Streit geratene Gmeindholz» (wohl je nach 1774) betr. Holzbezug durch die Bürger nach Massgabe des Schuppisrechts, einschliesslich Angaben zu forstwirtschaftlichen Vorkehrungen zur Sicherung des Nachwuchses an Bauholz, zu Aufteilungen von Waldstücken, zu einzelnen Holzgerechtigkeiten sowie zu entsprechenden Dokumenten zur Bewirtschaftung und Nutzung des Gemeindewaldes ab 1602.

III A Jahresrechnungen

Zweijahresrechnungen 1792/93 und 1794/95 der Gemeinde Obersteinmaur: Einnahmen u. a. aus Verkauf von Holz, insbesondere von (Gerber-?)Rinde.

IV A Bände

Ein 1684 durch eine Zürcher Ratskommission ausgehandelter und die Obrigkeit ratifizierter Vergleich in Streitigkeiten zwischen den Gemeinden Obersteinmaur und Niedersteinmaur mit detaillierter Regelung sowohl gemeinsamer Nutzungsrechte wie getrennter Eigentumsrechte der beiden Gemeinden. Band mit Pergamentblättern. Regelung des Allmendbesitzes, der gemeinsamen Weide- und Holzrechte, der Eichelmast, Abtretungen von Gemeindeland an je die andere Gemeinde, Grenzziehung durch «Scheidgraben», Pferdeweide, Nutzung der Lehmgrube zu Niedersteinmaur.

Ehemalige Zivilgemeinde Sünikon

I A Urkunden auf Pergament

8 Urkunden auf Pergament 1531–1738; darunter:
Obrigkeitlich ausgestellter Erblehenbrief 1531 des durch Tausch von den Luzernern Hodlermeyer und Sonnenberger an das Klosteramt Kappel gelangten und dreigeteilten Sonnenberger Hofes zu Sünikon an drei Leheninhaber (Hofbeschreibung gemäss Jahr 1537); Schiedsspruch 1571 in einem Erbteilungsstreit unter den Brüdern Müller zu Sünikon; Urteilsspruch 1572 des Gerichtes der Herrschaft Sünikon betr. Standort von zwei Brunnen im Dorf Sünikon ab einer neuen Wasserfassung im Pflasterbach (Bestätigung eines diesbezüglichen Gemeindebeschlusses); Einzugsbrief 1602; Urteilsspruch 1658 des Gerichtes der Herrschaft Sünikon betr. Kehrordnung und Aufteilung der Wässerung der Wiesen im Frühjahr (Nutzung des Abwassers der beiden Brunnen); «gütlicher Spruchbrief» 1720 in einem Weidestreit zwischen Sünikon und Schöfflisdorf; «rechtlicher Spruchbrief» 1738 im Streit zwischen Bürgern von Sünikon und der Gemeinde Schöfflisdorf um Wasserverbauungen im Lägernholz der Süniker und unterhalb.

Offnung Sünikon, 1496

StAZ C III Regensberg Nr. 7a: Titel der Offnung von Sünikon des Jahres 1496 (gleichzeitige oder wenig spätere Ausfertigung). Die Offnung der nur gerade die Dorfgemeinde Sünikon umfassenden Gerichtsherrschaft Sünikon von 1496 befand sich gemäss eines Archivverzeichnisses der Zivilgemeinde Sünikon noch im Jahr 1891 im Gemeindearchiv. 1934 anlässlich der Visitation des Gemeindearchives durch das Staatsarchiv war sie nicht mehr aufzufinden und blieb seither verschollen. Offensichtlich ist die Offnung im Jahr 1496 in zwei Exemplaren ausgestellt worden: eines für Gerichtsherr Rudolf Hedinger und eines für die Gemeinde, eine Gegenseitigkeit, die dem Rechtscharakter solcher Offnungen entspricht. Als im Jahr 1705 die Gerichtsherrschaft Sünikon aufgehoben und in die Herrschaft bzw. die Landvogtei Regensberg eingegliedert wurde, gelangten auch die entsprechenden Dokumente in das Landvogteiarchiv, darunter eben auch das herrschaftliche Exemplar der Offnung. So ist es denn in den im Staatsarchiv befindlichen Urkunden der Landvogtei Regensberg unter der Signatur C III 20 Nr. 7a zu finden, nebst weiteren Redaktionen und Ergänzungen des 16. und 17. Jh. Der Verlust im Gemeindearchiv ist dank dieser Doppelüberlieferung in inhaltlicher Hinsicht nicht gravierend, bleibt aber für die Überlieferung der Gemeinde schmerzlich.

 

Ehemalige Armengemeinde Steinmaur

II A Akten

An das Dekanat Regensberg gerichtete und hier teils kopierte Rundschreiben des obrigkeitlichen Almosenamtes 1675 f.; spezifische Akten zum Armenwesen von Steinmaur (wie Bericht über die Armen 1772 und ausführliches Verzeichnis über Vermögenswerte und Verdienst der Almosengenössigen in der Kirchgemeinde Steinmaur-Neerach 2. Hälfte 18. Jh.).

Nachtrag

Staatsarchiv Zürich; Pfrundurkunden C IV 5.6.11 bis 6.40:

31 Pfrundurkunden 1359–1764 mit Provenienz des Spitalarchivs Baden; darunter:
Handänderungen 1359, 1397 des Meierhofes zu (Ober-)Steinmaur; Erwerb 1442 des Kirchensatzes zu Steinmaur durch das Spital Baden (um 3020 Gulden) und Verleihung durch König Friedrich III.; Dokumente betr. Zehntenrechte des Spitals zu Baden (als Inhaber des Kirchensatzes zu Steinmaur) und Zehntenquart des Stiftes Konstanz zu Obersteinmaur und anderen im Umkreis befindlichen Orten 15.–18. Jh. (darunter auch betr. Zehnten von Rodungen in den Hoch-, Fronund Ehewäldern 1524 im Verhältnis zwischen dem Bischof von Konstanz und der Liebfrauenkapelle Pflasterbach einerseits und dem Spital zu Baden anderseits); Zuständigkeit des Spitals zu Baden für den Unterhalt von Chor und Turm der Kirche zu Obersteinmaur 1470, 1743; Verleihung des Kirchensatzes zu Steinmaur als Lehen der Grafschaft Kyburg durch den Zürcher Bürgermeister an einen Trager des Spitals zu Baden 1494, 1502, 1506, 1520).

Zum Seitenanfang