Archivführer der Zürcher Gemeinden und
Kirchgemeinden sowie der städtischen Vororte vor 1798

bearbeitet von Dr. Otto Sigg

Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Zollikon (Bezirk Meilen)

II A Akten

(Verschiedene «Akten» 13. Jh. ff. als Kopien von Pfarrei und Kirchgemeinde Zollikon betreffenden Dokumenten des Staatsarchivs Zürich werden hier nicht spezifiziert).
darunter:
Originales pfarramtliches Verzeichnis der 1582 an der Pest Verstorbenen zu Zollikon («Alls man zalt 1582 Jaar sind uss der Gmeind Zolliken an der Pestilentz dise nachgeschribne Personen gestorben, jung und alt, und fieng an am 16. Jenner und weret biss uff den 19. Aprelen»: Total 54 Verstorbene, wovon mehr als die Hälfte während zweier Wochen im Februar; spezielle Erwähnung des ersten weiblichen Todesopfers); Korrespondenz, Akten betr. Einkünfte der Pfarrpfrund 17./18. Jh.; Notiz 1653 von Pfarrer Brunner zu Zollikon wegen «einer Unordnung … zu Zollikon an den H. Hochen Fästen»: Ein grosser Teil der Frauen und Kinder würde an diesen Tagen, insbesondere am Pfingstmontag, statt Gottesdienst, Abendmahl und Katechieunterricht zu besuchen, mit Anken, Ziger, Milch usw. (wohl zwecks Verkaufs) der Stadt «zulaufen», was zu unterbinden sei; Akten 17./18. Jh. betr. Sigristendienst (inkl. Namensverzeichnis der amtierenden Sigristen 1582–1754); Erkanntnis des Rates 1709 betr. den eigenmächtigen Kauf und Verkauf von als Pfarrhäusern genutzten Liegenschaften durch den Zollikoner Pfarrer (inkl. Zusprache eines Stücks Wiese zur Haltung einer Kuh); Akten, Erlasse 18. Jh. vorgesetzter Instanzen (Obervogtei Küsnacht, städtische Obrigkeit) betr. Kirchenordnung und Sittenzucht allgemein sowie polizeiliche und Strafakten insbesondere zu Einwohnern von Zollikon; umfassende Sammlung von Akten 18. Jh. ehegerichtlicher Herkunft zu Ehe- und Vaterschaftsbelangen von Einwohnern der Kirchgemeinde Zollikon.

Politische Gemeinde Zollikon

I A Urkunden auf Pergament

50 Urkunden und Pergamentrödel 1368–1842; darunter:
Urkunde des Grossmünsterpropstes 1368 mit Bestätigung der bisher von der «Gebursami» zu Zollikon bezahlten Geldpauschale für den kleinen Zehnten (auf Ansuchen der Gemeinde Zollikon zusätzliche Vidimierung dieser Urkunde im Jahr 1690, da sie wegen Alters nicht mehr lesbar und im Siegel überall zerbrochen sei); Kaufbrief 1403 betr. Kauf von 8 Jucharten Ackerland durch die «Gebursami gemeinlich» zu Zollikon; «dis ist der brieff zwischent deren von goltbach und uns von zollicon der zünung halb, 1410» (Bestätigung des Allmendcharakters aneinander angrenzender Güter der beiden Dorfgemeinden, auf denen keine Reben gepflanzt werden dürfen, Zäunungs- und Unterhaltspflicht des Flurgatters für Goldbach, Wegrecht für Zollikon); Vertrag 1412 zwischen den Dorfleuten zu Zollikon im Oberdorf bei der Kirche und Jacob Kienast von Zollikon betr. Wegrecht für den Transport von Holz, Heu, Mist durch die Güter Kienast’s, ausgehandelt unter Mitwirkung der «Zwölfer» des Dorfes Zollikon; Kaufbrief 1412 betr. Verkauf von an das Zollikoner Gemeinwerk angrenzendem Wiesland durch das Kloster Rüti an die «Dorflüt gemeinlich» zu Zollikon; Urteilsspruch 1434 von Vogt und Zwölfern zu Zollikon in einem Streit um Wegrechte und um die Benützung des Baches für Wässerung zwischen einem Zürcher Bürger und den Bewohnern im «kleinen Dorf» zu Zollikon «nid der Kirche»; Kaufurkunde 1444 mit Nennung von anstossenden Gütern des Ritters Götz Escher zu Zollikon; Beurkundung 1481 von Äbtissin Anna von Zürich betr. Kauf eines Zinses ab dem in einem Einfang gelegenen (Wein-)Gut Windegk durch die Kirchmeier von Zollikon zuhanden der Frühmesspfrund zu Zollikon; Urkunde des Vogtes zu Küsnacht 1493 mit einem privaten Zinskaufgeschäft (Unterpfand ein und ein halber «Gertel» Holz im Zollikerberg); obrigkeitlicher Urteilsspruch 1517 im Streit zwischen der Gemeinde Zollikon und dem Tegenhart von Zollikon betr. Nutzung der Tegermos- Wiese nach der Heuernte als gemeine Weide (inkl. interessanter Flurnamenstreit mit Umbenennung dieses Flurbezirkes in Oberswingruob); Zinskauf 1542 durch die Kirche Zollikon; zwei Urkunden 1546 mit Grundpfandbereinigungen von der Gemeinde Zollikon zustehenden Zinsbriefen der Jahre 1437 und 1460; obrigkeitlicher Urteilsspruch 1552 im Streit zwischen der Gemeinde Zollikon und fünf Bewohnern zu Flün um Weiderechte (die «Fluonerer» dürfen weiterhin an den Strassen unterhalb des Dorfes Zollikon ihr Vieh weiden lassen, haben jedoch ihr Vieh zu «spannen» oder an Hälsligen zu führen und sich der Bussenordnung der Gemeinde Zollikon zu unterziehen); «Susserbrief» 1560 (Kompromissspruch zwischen dem Grossmünsterstift als Zehntenherrn zu Zollikon und der Gemeinde Zollikon betr. geordnet-korrekte Abgabe des Weinzehntens und Abschaffung des übermässigen Sausertrinkens von Einheimischen und Auswärtigen bei Stangen- und anderen Knechten zur Zeit der Ernte und der Zehntenabgabe, inkl. neu Abgabe einer Pauschale von 7 Eimern Traubenmost an die Gemeinde); Vidimus 1585 betr. durch das Kloster Oetenbach 1408 an die gemeine Bursame zu Zollikon verliehene Güter zu Witellikon; Bestätigung 1586 des Obervogts betr. Aufnahme ins Bürgerrecht der Gemeinde Zollikon des aus dem Savoyerland stammenden, in Zollikon aufgewachsenen und verheirateten Peter Glog; Gemeinde- und Bussenordnung 1572 («Dorfs Recht», «Holz-Recht», «Kuh-Einung», «Vom Inzug», «Der Zwölfen Buss», «Zwölfer zu setzen»); «Streitbrief mit den Bergleuten» 1591: Urteilsspruch der Obervögte im Streit zwischen den Dorf- und Gemeindeleuten zu Zollikon und den Bergleuten zu Zumikon (ursprünglich gemeinsame Gemeinde; Auskauf nun der Bergleute von allen Rechten an der Kriegskasse, an der Allmendnutzung und am Mitbezug des Sausers des Grossmünsters mit einem Gültbrief von 100 lib. Geld und 20 lib. in bar; Führen des Gesellenhauses und Wahl des dortigen Hausmeisters weiterhin gemeinsam; weiterhin gemeinsame Kirchgenossen); Vergleich 1603 zwischen den im Zollikoner Kleindorf wohnhaften Baumann und der Gemeinde Zollikon um Allmendnutzung (die Baumann haben zu Goldbach am See ein Gut gekauft und ihren dortigen Allmendnutzen verpachtet; nun verfüttern sie das in Goldbach erwirtschaftete Gras und Heu in Zollikon und erheben entsprechend ihrem mittels Goldbacher Futters in Zollikon gehaltenen Viehstand in Zollikon Anspruch auf Nutzung der Zollikoner Allmend); «Einung wegen des unteren Brunnens zu Zollikon im Oberdorf» 1626 (Verpflichtungsurkunde von vier Einwohnern im Oberdorf, welche von ihren Nachbarn im obersten Dorf ein Brunnenrecht erhalten haben, ihren Brunnen ohne Beschwerde der Holzgenossen und der Gemeinde von Zollikon zu unterhalten und insbesondere hohe Bussen beim unerlaubten Bezug von Teuchelholz zu entrichten); Urteilsspruch 1648 im Streit zwischen der Gemeinde Zollikon und den Gemeinden am Zollikerberg zu Zumikon, Waltikon, Gössikon, Kulenbrunnen, Senn- und Wylhof betr. Ansprüche der Letzteren am Gemeindegut von Zollikon (nachdem der 1591 erstellte Auskaufbrief anlässlich eines 1647 ausgehandelten Vergleichs nicht mehr im Bewusstsein gewesen, nun aber zum Vorschein gekommen ist, wird dieser Vergleich neu ausgehandelt: Zollikon kauft die Berggemeinden mit 305 Pfund in Schuldbriefen von deren Anteilhabe am Gesellenhaus und an 2 Gerteln Holz usw. aus); «Spruchbrief um das Wuhr am Bachtobel vor dem Dorf Zollikon … 1662» (die Gemeinde stellt das Material zum Unterhalt der Wuhr); «Metzgbrief» 1669 (Ratsurkunde mit Regelung der Metzgereiverhältnisse zu Zollikon; nachdem die Metzger zu Küsnacht und Zollikon den Stadtmetzgern mittels Fleischhandels auch in der Stadt Schaden zugefügt haben, wird bestimmt, dass die Zollikoner Gemeindemetzgerei, welche auch durch Küsnachter versehen worden war, künftig nur noch einem ehrlichen Gemeindegenossen von Zollikon bzw. bis Jahresende zu einem Jahreszins von 15 Gulden einem städtischen Metzger verpachtet werden soll); «Kauf- Vergleich um das Schützenhaus zu Küsnacht 1671» (Verkauf des obrigkeitlichen Schützenhauses in Küsnacht am See an einen Privaten, welcher das Schiessen der Schützengesellschaft der vier Gemeinden Küsnacht, Zollikon, Herrliberg und Erlenbach weiterhin zu gewährleisten hat); «Zielschaft- Brief» 1673 (obrigkeitliche Bewilligung für Zollikon, eine von Küsnacht unabhängige Schützengesellschaft mit eigener Zielstätte zu bilden, inkl. Bestimmung der obrigkeitlichen Schützengabe von 12 Wams und 1 Paar Hosen); Einzugsbrief für die Gemeinde Zollikon 1679; obrigkeitlicher Urteilsspruch 1709 mit Schutz der Privilegien der klagenden städtischen Bäckermeister gegen die Konkurrenz aus Zollikon (es ist nur dem Pächter des Gesellenhauses zu Zollikon erlaubt, Brot in bestimmten Mengen für die armen Gemeindegenossen zu backen und zu verkaufen); obrigkeitlicher Urteilsspruch 1738 im Streit zwischen den Inhabern und Besitzern der ehehaften Metzgereigerechtigkeiten an beiden Seiten des Sees, den städtischen Weiss- und Rotgerbern und den Gerbern am Zürichsee mit Bestätigung des Rechts für die Landmetzger, wie bisher rohe Schaf- und Ziegenfelle an fremde Kaufleute zu verkaufen (mit gewissen Vorkaufsrechten für die heimischen Gerber); Zehntenloskaufs-Instrument 1841/42 (Loskauf des Weinzehntens des Grossmünsterstifts); Rödel: Zinsrodel der Kirchmeier zu Zollikon über den dem Kloster Einsiedeln jährlich auf Martini zu entrichtenden Kernenzins, undatiert, 15. Jh.; Erneuerung dieses Rodels 1520; zwei Rödel 1652 und 1698 zum Bezug des kleinen Zehntens durch die Gemeinde Zollikon (zuhanden der Pauschale für das Grossmünster).

Gemeindeordnung Zollikon, 1572

I A 48: Gemeindeordnung 1572. Die «ganze Gemeinde und Bauernsame zu Zollikon» gibt sich eine Gemeinde- und Bussenordnung. Unter dem Titel «Dorfsrecht» wird insbesondere die Fronarbeit für die notwendigen Gemeindearbeiten für Zäunen und Graben (Unterhalt der genossenschaftlich genutzten Flurbereiche) geregelt. Pro zwei Kühe Besitz musste ein Mann ins Gemeinwerk gehen; unter 16-Jährige sollten nicht für das Gemeinwerk verwendet werden, und wenn es sich trotzdem schickt, wird deren Arbeit lediglich für den Nennwert des Besitzes einer Kuh oder eines Kalbs gezählt. Im Weiteren wird die Bussenordnung bei Versäumnis oder unkorrekter Handhabung festgelegt (Einzug der Bussen wachtenweise), ebenso das Prozedere zur Einberufung einer Gemeindeversammlung durch den «Dorfredner». Unter den weiteren Titeln «Holzrecht», «Vom Fad einig», «Kuheinung», «Vom Inzug», «Der Zwölfen Buss» und «Zwölfer zu setzen» erscheint eine Vielfalt ortspezifischer Bestimmungen einer spätmittelalterlich geprägten Gemeindeorganisation.

 

II A Akten

darunter:
Chirograph 1541 mit Vereinbarung zwischen denen von Zollikon im Kilchhof und denen im Kleindörfli Zollikon betr. Errichtung eines Brunnens vor dem Gesellenhaus; Chirograph 1582 mit Verding der Gemeinde Zollikon mit den Zürcher Glockengiessern Peter und Cunrat Füssli zum Giessen von zwei Glocken; Schuldbriefe 1597–18. Jh. gegenüber der Gemeinde Zollikon; obrigkeitliche Beschlüsse 17. Jh. mit Abweisung von Begehren für das Wirten in Zollikon; baurechtliche Angelegenheiten (so betr. einen zu nahe dem Gemeindehaus und der Kirche gebauten Schweinestall 1636/ 38); wasser- und brunnenrechtliche Regelungen 18. Jh.; Einwohner- und Bürgerrechtswesen 18. Jh.; Bauakten Kirche und Gemeindehaus 18.Jh.; Ankündigung 1757 der Obervögte zur «Dreierwahl» eines neuen Untervogts nach dem Dienstagsgottesdienst; Verpflichtung 1773 für die Gemeinde Zumikon, nebst der Gemeinde Zollikon einen Viertel an den Unterhalt der Hochwacht auf dem Zürichberg zu leisten; Akten zum Schulwesen 18. Jh.

IV A Bände

1: Dreiteiliges Urbar, verfasst an der jungen Fastnacht 1557:
a) Urbar der Gemeinde Zollikon, angelegt 1557; Vorwort: «Item die 12 geschwornenn von zolicken sind mit ein anderenn überein komenn und hand einen nüwenn urbann [sic!] gemacht, den hand sy us dem altenn abgeschribenn, namlich mit dem altenn bruch und harkomenn, wer ettwas darin schriben ladt, der sol inen ein kopff win an ale [ohne jede] widerred gäbenn … 1557» (Schuldner der Gemeinde, welche ihre Schuld im Gemeindeurbar verzeichnen lassen müssen, sind also schuldig, pro Eintrag den Zwölfern Wein zu spendieren; Eintrag der einzelnen der Gemeinde zustehenden Schuldposten und der entsprechenden Aktivzinsen mit Beschreibung der Unterpfande, Nachträge bis 18. Jh.).
b) «Des Kapelis [Kapelle] zu trichtennhussenn und zumickenn Urben im 1557 Jar», inkl. Aktivposten und -zinsen für die Kirche Zollikon, Nachträge bis 18. Jh.
c) «Der armenn lüttenn urbenn im 1557 Jahr» (Aktivposten und -zinsen für das Armengut zu Zollikon, Nachträge bis ca. 1680).

Holzkorporation Zollikon

I A Urkunden auf Pergament

Ursprünglich 35 Urkunden 1330–1793; zwischen 1907 und 1928 sind die Urkunden I A 1–5 (1330–1416) und I A 7 (1489) in Abgang gekommen. Von der Urkunde I A 1 (1330) ist eine Fotografie im Staatsarchiv vorhanden, sie ist gedruckt im Urkundenbuch der Stadt und Landschaft Zürich Bd. XI, Nr. 4281 (Überlieferung auch in Form eines Vidimus des Jahres 1552 in Urkunde I A 18).
Abschriften aller Urkunden sind in einem 1831 angelegten Abschriftenband (Signatur IV B 6) vorhanden.
Der Verlust der ältesten Urkunden ist unter anderem insofern bedauerlich, als in der ersten Urkunde von 1330 sehr früh auf heutigem Kantonsgebiet eine Gemeinde als eigenständig handelnde Rechtspersönlichkeit belegt ist.
Urkunde 1330 der «Dorfleute und der Gebursami gemeinlich von Zollikon» mit Beurkundung der Wahl von 12 namentlich aufgeführten Männern, welche die Hölzer, genannt der Berg bei Zollikon, Otlisberg und am Gebreitengebirge, vor Schaden bewahren sollen und Verkäufe von Anteilen dieser Hölzer an ausserhalb von Zollikon Wohnende zu verhüten haben (inkl. Wahlordnung bei Ableben eines Zwölfers; in Ermangelung eines eigenen Siegels der Dorfgemeinde siegelt Vogt Gottfried Müllner); obrigkeitlich erfolgte Vidimierung 1552 der Urkunde 1330, da am Original das Siegel abgefallen sei; obrigkeitliche Bestätigung 1359 der Urkunde 1330, zusätzlich mit Beschränkung der Besitzanteile (höchstens 6 «Gerter» pro Besitzer); Kaufbriefe 1384, 1406, 1528, 1531, 1587 und Tauschbrief 1416 mit Kauf und Tausch von Holzanteilen und Land durch die «Gebursami» bzw. Gemeinde von Zollikon; obrigkeitlicher Urteilsspruch 1473 im Streit zwischen den drei Gemeinden in den Dörfern zu Zollikon (oberes Dorf, niederes Dorf beim Brunnen und kleines Dörfli) einerseits und Hans Lochmann sowie Bewohnern im Gugger und Nachbarn anderseits betr. Dorfherde (die zweite Partei muss ihr Vieh aktiv dem Gemeindehirten zur Weide zuführen bzw. kann nicht erwarten, dass es bei ihren Häusern übernommen wird); Urteilsspruch 1489 im Streit zwischen der Gemeinde Zollikon und den 12 Geschworenen zu Zollikon mit Ausserkraftsetzung eines durch die Zwölfer ohne Wissen der Gemeinde erwirkten obrigkeitlichen Rechtsinstruments usw. sowie mit Einsetzung von drei Männern durch die Gemeinde zwecks Beistands für die Zwölfer bei der Ausgabe der Holzschläge; auf Ersuchen der Gemeinde Zollikon durch die Obrigkeit erteilte «Einung» 1506 bezüglich eines Holzes hinter dem Sennhof mit Bussenordnung bei Holzfrevel (z. B. durch die «Särlen» schlagenden Bergleute) und darüber hinaus mit Bestimmungen zur Bussenordnung im Forstbereich allgemein und zum Gemeinwerk überhaupt (Unterhaltsarbeiten bezüglich Wäldern, Fluren, Allmenden, Strassen, Wassergräben) sowie mit der Festlegung eines Einzuggeldes für Zuziehende; 1519 angelegter Holzrodel (Verzeichnis der Besitzer von Holzanteilen und ihres Besitzes in sog. «Gertern» und Vierlingen: total 115 Gerter im Berg, 83 im Otlisberg, 83 1/4 im Breitenbirch und 71 1/2 im Gfenn; inkl. Nachträge 16. Jh. und inkl. Verzeichnis 1572 der Anteile der «Holzhöfe»; weitere Holzrödel 1526 und 1583 spezifisch je für das Holz hinter dem Sennholz; obrigkeitlich erlassener «Breitt Birch Weid Brieff» 1528 (Weiderechte eines Privaten im Verhältnis zur Gemeinde Zollikon); obrigkeitlich erlassene Urkunden 1529, 1531, 1600, 1660, 1691 mit Klärungen bezüglich gemeiner Weiderechte; obrigkeitlicher Urteilsspruch 1545, wonach gemäss Urkunde 1359 der an einen auswärts (ausserhalb des Zollikoner «Etters») in Witellikon Wohnhaften erfolgte Verkauf von Holz ungültig ist; auf Bitte der Gemeinde Zollikon obrigkeitlich ausgestellte «Einung» 1556 mit Bussenordnung bei Holzfrevel (Lesen von dürrem Holz erlaubt) und mit Bussenordnung für Pferde, Kühe und Kälber, die über das erlaubte Mass hinaus auf die Stoffelweide und Allmend getrieben werden; Urteilsspruch 1557 im Streit zwischen den Lehenleuten des Klosters Oetenbach zu Witellikon und der Gemeinde Zollikon um Weiderechte auf den Allmenden der Gemeinde Zollikon; Urkunden 1560 betr. Bezug von Teucheln eines privaten Brunnenbesitzers von der Gemeinde Zollikon und 1571 betr. Nutzung der gemeindeeigenen Lehmgrube; «Vereinigung» 1647 der Holzgenossen zu Zollikon (Regelung betr. Nutzung und Rechte durch ausserhalb des Dorfes wohnhafte Holzgenossen); «Auszug aus der Holzgenossen zu Zollikon Holzeinung und darum habenden Gewahrsamen und Freiheitsbriefen» (undatiert, 17. Jh., Auszüge aus den wichtigsten Rechtstiteln 1330–1647); «Trottenbrief» 1648 (obrigkeitlicher Urteilsspruch, wonach u. a. gewissen äusseren Holzgenossen im Riesbach und im Seefeld kein Holz für Trottbäume und Bauzwecke verabfolgt werden darf); «Brunnenbrief» 1727 (Urkunde mit Bestimmung des Bezugs von Holz für die fünf Dorfbrunnen in Zollikon aus dem Gemeindewald oder dem Wald der Holzgenossen).

II A Akten

darunter:
«Holzrodel» 1622 (total je gut 109 «Gerter» im Berg, 81 im Otlisberg, 80 im Gfenn und 75 im Breitbirch); obrigkeitlicher Urteilsspruch 1622 im Streit zwischen einer Mehrheit und einer Minderheit der Gemeindegenossen zu Zollikon betr. die Nachtweide des Viehs (Mehrheitsbeschluss der Gemeindeversammlung für die Einführung der Nachtweide, welche das Vieh vor Hitze und Fliegen schütze und am Zürichsee an manchen Orten üblich sei, wird aus gemeinderechtlichen Erwägungen gegen eine Minderheit geschützt, welche wegen der Gefahren der Nachtweide die Tagweide beibehalten möchte); Akten 1704, 1726 im Streit zwischen denen von Zollikon und denen von Goldbach betr. Lieferung von Holz zum Unterhalt der Brücke zwischen den Allmenden der beiden Parteien; verschiedene Entscheide, Akten 18. Jh. zu Nutzungsrechten der «äusseren» Holzgenossen im Verhältnis zu den Holzgenossen in der Gemeinde; verschiedene obligationen-, güter- und flurrechtliche Akten 18. Jh.

Holzrodel Zollikon, 1622 Holzrodel Zollikon, 1622

II A 4: In mittelalterliches Textfragment eingebundener «Holzrodel» 1622. Aufgeschlagen: Verzeichnis der «Kilchhöfler» mit ihrem Besitz an «Gertern» in den Hölzern «Berg», «Otisperg», «Venn» und «Breitbirch».

 

IV A Bände

1a
«Urbarium über der Holzgenossen einer ehrsamen Gemeind Zollikon zustehende Hölzer im Berg, Ottlisperg, Gfänn und Breitbirch genannt, wie solche dieser Zeit genutzet werden … . 1749», inkl. Bereinigung 1780 (inhaltlich wie die «Holzrödel» unter Urkunden I A 16. Jh. und Akten II A 1622).

1b
«Urbarium … .» 1757, Bereinigung von IV A 1a, inkl. erneute Bereinigung 1780.

1c
«Urbar über die Hölzer im Sänn-Holtz, benannt Eyni-Spüel … hinter dem Sännhof gelegen … 1757.»

Nachtrag

Staatsarchiv Zürich; Pfrundurkunde C IV 5.11.1:

Obrigkeitlich beurkundeter Vergleich 1498 zwischen dem Grossmünster in Zürich und der Gemeinde Zollikon betr. Verpflichtung des Grossmünsters zum Neubau des Chors seiner Filialkirche in Zollikon (das Grossmünster bezahlt 220 Pfund Geld für den Bau; künftiger Unterhalt geht zu Lasten der Gemeinde, mit Ausnahme des Chordaches).

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